Von allen seltenen und rätselhaften Wildtieren auf der Erde ist der Schneeleopard eines der geheimnisvollsten. Er ist der Herr der zentralasiatischen Gebirge.
Aber Hirten, Jäger und Wilderer verfolgen ihn.
Russische Naturschützer im Altai wollen dem Berggeist eine Zuflucht gewähren; Der Schneeleopard, die wohl rätselhafteste aller großen Katzen, soll nicht auf die Liste ausgerotteter Arten gelangen.

In den zentralasiatischen Gebirgszügen lebt die unbekannteste Großkatze, der Schneeleopard. Er ist auch heute noch unter dem Namen ‚Irbis’ zu finden und wurde früher auch ‚Schneepanther’ oder ‚Unze’ genannt. Sein zweiter Name, Irbis, stammt aus dem russisch-mongolischem.
Wie kaum ein anderes Tier symbolisiert der Schneeleopard die Natur und Einsamkeit der Gebirge. Schon das lange, dichte Haarkleid weist ihn als Tier des kalten Klimas aus. Das Fell ist dicht und plüschartig, die Fellhaare fast bis zu 15cm lang. Im Winter wird das Fell heller und noch dichter als im Sommer. Es schützt ihn gegen Hitze, wie auch gegen Kälte und starken UV-Strahlen. Die Stirn wölbt sich über der Nase, hervorgerufen durch vergrößerte Nebenhöhlen. Sie dienen offenbar zur Erwärmung der Luft im kaltem Gebirge.

Schon seid 1775 trägt der Schneeleopard seinen wissenschaftlichen Namen ‚Uncia uncia’. Beschrieben wurde damals nicht die lebende Katze, sondern ihr toter Balg. Der Schneeleopard wird zu den Großkatzen (Pantherinen) Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar gezählt,  wenngleich seine Lebensweise eher an die Kleinkatzen (Felinen) erinnert.. So hat der Schneeleopard dieselbe Fressstellung wie die Kleinkatzen, die kauernd fressen, während die Großkatzen beim Fressen liegen. Auch das typische Merkmal der Großkatzen – das Brüllen – besitzt er nicht. Im Vergleich zu Letzteren hat er kein elastisches, sondern ein unvollständig verknöchertes Zungenbein, so dass er wie eine Kleinkatze schnurrt. Er kann nicht brüllen, sondern tut miauend fauchen, wie etwa der Puma (Puma concolor). Der Schneeleopard hat außerdem die typische, nach vorn abfallende Rückenlinie der Kleinkatzen und auch im Schädelbau ähnelt er der kleineren Katzenfamilie.
Der Schneeleopard gehört trotzdem zu den Großkatzen, steht aber in einer eigenen Gattung, Uncia. Stammesgeschichtlich ist Uncia primitiver, ursprünglicher und ähnelt in mancher Hinsicht dem Puma (Puma concolor) oder dem Nebelparder (Neofelis nebulosa) Der Schneeleopard isolierte sich früh von den Pantherinen und muss sich so die Sonderanpassung an das Hochgebirge erworben haben.

Junge Irbisse haben eine ähnliche Fellzeichnung wie junge Pumas; Flecken und drei dunkle Streifen, die sich dem Rücken entang ziehen. Deshalb haben manche Zoologen den Schneeleoparden in eine enge Verwandschaft mit dem Puma gerückt, was aber nicht unbedingt stimmen muss. Klar ist jedenfalls, dass die Bezeichnung Schnee-„Leopard“ den Irbis in eine unzulässig enge Verwandtschaft mit dem echtem Leoparden stellt.

Das Verbreitungsgebiet des Schneeleoparden berührt 12 Länder und umfasst ca. 2,5 Millionen Quadratkilometer. Schneeleoparden kommen in Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal bis zum westlichen Teil Chinas und dem nördlichem Teil Kasachstans, sowie der Mongolei und Russland bis nach Sibirien hinein vor, wo sie Rhododendrenwälder und Bambusdickichte ab einer Höhe von etwa 2000m. bewohnen. In vielen Regionen ihres Verbreitungsgebietes bewohnen sie jedoch felsige Gebiete, wo sie nicht selten mit meterhohem Schnee zu kämpfen haben.
Den  Lebensraum teilen sie auch mit anderen Raubtieren, vor allem Wölfen (Canis lupus) und Bären (Ursidae). Auf den Suren von letzterem sind wahrscheinlich die Fußabdrücke des legendären Yetis zurückzuführen. Aber auch kleinere Raubtiere kommen in seinem Lebensraum vor; vor allem Marder, wie das sibirische Feuerwiesel (Mustela siberica) oder der Buntmarder (Martes flavigula). Im äußerstem Norden seines Verbreitungsgebietes trifft er auch mit Zobeln (Martes zibellina)n zusammen. Mit anderen Großkatzen kommt er kaum in Kontakt. Außer im Norden Persiens, wo der helle persische Leopard (Panthera pardus saxicolor). Mit diesem wird er oft verwechselt, da die Arten sich recht ähnlich sehen. Als der sibirische Tiger (Panthera tigris altaica) noch weiter verbreitet war, traf er mit diesem in der Mandschurei zusammen

Schneeleoparden sind Einzelgänger. Nur gelegentlich treten sie paarweise auf. Werden mehrere dieser Katzen gemeinsam gesehen, bezieht sich das auf eine Leopardin mit ihren Jungen. Jedoch sollen sich angeblich manchmal mehrere Schneeleoparden einen Riss teilen.
Das Revier wird meist durch Kratzspuren an in dem in seinem Lebensraum selten vorhandenen Bäumen markiert. Dabei werden auch gleichzeitig die Krallen geschärft. Diese wachsen schichtweise nach; zieht der Schneeleopard  die Krallen mit festem Druck übers Holz, geht die äußerste Schicht ab und die Schicht darunter kommt zum Vorschein. So sind die Krallen immer scharf. Die Pfoten sind breit und haben dicke Sohlenpolster. Diese schützen ihn nicht nur vor der Kälte, sondern mindern auch das Einsinken im frischem Schnee. Die Spuren ähneln unseren Hauskatzen, nur dass sie viel größer sind. Das Fehlen der Krallen unterscheidet die Abdrücke klar von denen der
Wölfe, deren Spuren auch die Abdrücke der nicht einziehbaren Krallen hinterlassen. Wie unsere Hauskate kratz sich auch der Schneeleopard mit den Hinterpfoten an Hals und am Kopf. Die Krallen sind dabei eingezogen.

Der Schneeleopard ist ein scheues nacht- und dämmerungsactives Tier. Nur in abgelegenen Gebieten, wo er so gut wie nie auf Menschen trifft, ist er auch am Tag unterwegs.
Gut getarnt im felsigem Gelände, fällt es dem Schneeleoparden nicht schwer, sich an Beutetiere heranzuschleichen. Jagen tut er durchs Auflauern (auf z.B. niedrigen, starken Ästen oder Felsen) oder durchs Anschleichen. Durch einen kräftigen Sprung überfällt er das Beutetier, wobei die Vorderpfoten sich im Beutetier festkrallen und die Hinterbeine am Boden bleiben. Die Tötung erfolgt durch einen Genickbiss oder einen Biss in die Kehle. Der feste Biss wird beibehalten, bis das Opfer tot ist. Schneeleoparden nehmen etwa 3 Kilo Fleisch bei einer Mahlzeit zu sich. Da sie nicht alles auf einmal fressen können und nicht jeden Tag Jagderfolg haben, bleiben sie normalerweise ein paar Tage in der Umgebung ihrer erlegten Beute. Der Schneeleopard ist eine sehr kräftige Katze. Dennoch sind keine Angriffe auf Menschen in freier Natur bekannt geworden. Wahrscheinlich deshalb, weil es in ihrem Verbreitungsgebiet so wenige Menschen gibt.

Seine Beutetiere sind Gebirgshufer, wie Blauschaf (Pseudois naynaur), Steinbock (Capra ibex), Thar (Hemitragus jemlahicus), Takin (Budorcas taxicolor), Goral (Nemorhaedus goral), Argali (Ovis ammon) usw. Daneben frisst er auch Pfeifhasen (Ochotona pusilla) und Murmeltiere (Marmota bobak), sowie alle Arten von Vögeln, die er erwischt, wie Fasane (z.B. Pucrasia mecrolopha u. Lophophororus impejanus) und andere hühnerartige Vögel, wie Schneehuhn (Lagopus lagopus). Aber auch kleine Tiere, wie Mäuse werden dicht verschmäht. Manchmal fallen ihm auch kleinere Raubtiere, wie Kleinbären, Füchse, junge Wölfe oder Marder zum Opfer. In den Hochgebirgsregionen können Schneeleoparden nicht wählerisch sein.

Wenn der Schnee sich im Sommer aus dem Tal in die Berge zurückzieht, ziehen die Gebirgsbewohner in größere Höhen hinaus und mit ihnen Auch der Schneeleopard. Im Sommer ist er sogar in Höhen von bis zu 6 000m anzutreffen, im Winter folgt er seinen Beutetieren ins Tal. In dieser Jahreszeit hält er sich meist in bis zu 3 000m Höhe auf, geht aber auch bis 600m runter. Unter dieser Höhe ist er selbst im Winter selten.
Der Schneeleopard bewegt sich gemächlich und langsam bei seinen Wanderungen, bei denen er oft weite Strecken zurücklegt. Immer wieder durchstreift er sein    – nach  neueren Erkenntnissen – 250 bis 500km² großes Revier, womit die Reviere wesentlich größer als bisher angenommen sind. Das Revier der Männchen ist normalerweise größer als das der Weibchen und überlappt sich mit deren Revieren, sowie dem anderer Männchen. Innerhalb von seinem Territorium hat er feste Schlaf- und Wurfplätze, die meist jahrelang beibehalten werden.

Der Schwanz des Schneeleoparden ist für das Bodenleben auffallend lang und beträgt fast die Hälfte der Gesamtlänge. Der Schneeleopard benutzt gerne Felsvorsprünge und Felsblöcke, um die Umgebung nach Beute – oder nach einem Feind, dem Menschen – abzusuchen. Diese werden meistens nicht erklettert, sondern mit einem mächtigen Satz erklettert. Überhaupt ist der Schneeleopard ein fantastischer Springer, der Sprünge von 6 – 15 Metern ohne Schwierigkeiten meistert.

Von Januar bis Februar durchzieht ein langgezogenes Heulen die einseitige Gegend: Es ist Paarungszeit. Diese Laute werden benötigt, damit sich die Schneeleoparden besser finden. Das Paar bleibt einige Tage lang zusammen, dann geht jeder wieder seiner eigenen Wege.
Das Weibchen ist eine Woche lang paarungsbereit. Findet keine Paarung statt, bekommt es zwei Monate später noch einmal eine Hitzeperiode von 7 Tagen.
Die Schneeleopardin bekommt nur alle 2 Jahre Junge. Nach einer Tragzeit von 98 – 103 Tagen wirft sie in einem Versteck – das können Felsspalten oder Höhlen sein – 1 – 5, meist jedoch 2 oder 3 blinde und taube Junge. Diese wiegen bei der Geburt  350 – 700g und öffnen die Augen nach 7 – 9 Tagen. Das Fell der Jungen ist härter und dunkler als das der erwachsenen Schneeleoparden. Erst mit dem älterwerden bekommen sie das weiche Fell der Elterntiere.
Die Kinderstube richtet die Schneeleopardin so gut wie kaum eine andere andere Katze ein. Sie polstert das Lager mit Moos und anderen Matrealien, sowie mit Fellhaaren, die sich selbst aus dem Bauch gezupft hat, aus.  Ein zusätzliches Wärmekissen, bietet ihr Körper selber.
Die ersten fünf Wochen veranlasst die Jungen nichts aus ihrem Lager zu kommen. 5 – 6 Monate lang werden die Jungen gesäugt, doch bekommen sie schon im Alter von 50 – 60 Tagen erste feste Nahrung. So werden die Jungen schnell kräftig und können der Mutter bereits im Alter von 3 Monaten auf ihren Streifzügen folgen. Der Partner soll das Weibchen manchmal bei der Aufzucht der Jungen unterstützen.  Im Alter von 10 Monaten erlernen sie allmählich die Jagd.
Die Jungen bleiben bei der Mutter bis zum kommenden Sommer, bis dann gehen die Schneeleoparden auch in Familiengruppen zur Jagd.
Die Jungen sind frühestens nach einem Jahr selbstständig, meist aber viel später, etwa mit 1¾ bis 2 Jahren. Nach dem Verlassen der M
utter bleiben die Jungen noch einige Zeit zusammen und vergrößern so ihre Überlebenschancen. Voll ausgewachsen sind die Weibchen mit 2 – 3 Jahren, die Männchen mit 4 – 5 Jahren.

Die Lebenserwartung in freier Wildbahn ist nicht genau bekannt. Das Höchstalter in Gefangenschaft lebender Schneeleoparden beträgt etwa 19 Jahre, in freier Natur wird sie wohl bei etwa 13 Jahren liegen.

Wegen seines prächtigen Pelzes wurde der Schneeleopard fast ausgerottet. Erst seid Anfang der 70er, als die Zahl der Schneeleoparden beängstigend gesunken war, verlangte man – auf Druck von Tierschützern – keine Felle dieser Wildkatze mehr. Heute gibt es fast nur noch kleine Restbestände, die weit voneinander getrennt sind.

Wie viele Großkatzen steht auch der Schneeleopard ganz oben in der Nahrungskette. Allerdings werden seine Beutetiere gejagt. Dazu dringt der Mensch mit seinen Hausieren immer weiter in die Gebiete des Irbisses ein und verdrängt oft die einheimischen Pflanzenfresser. In der Nähe lebende Schneeleoparden greifen die Haustiere oft an. Das muss die Katze, auch wenn sie unter Schutz steht und keinesfalls zur Jagd freigegeben ist, noch zu oft mit dem Leben bezahlen.

Durch das spärliche Nahrungsangebot gibt es auch immer weniger Schneeleoparden, so dass die einzelnen Tiere immer öfter nicht mehr zur Paarung zusammenfinden und die Art langsam verschwindet.

Der Aberglaube der Chinesen und das prächtige Fell kosten die Art das Überleben. Früher hatten Schneeleoparden keine ernstzunehmenden Feinde und mussten entsprechend vor keinem anderen Raubtier fliehen. Da ihnen der Mensch früher kaum nachstellte, hatten sie auch keine Angst vor ihm.

So schreibt Nigel Nicolson in seinem Buch „Der Himalaja:  Ich lernte immer wieder Menschen kennen, die jemanden kannten, der schon einmal einen Schneeleoparden in der Wildnis gesehen hatte. Einen echten Augenzeugen traf ich jedoch nur einmal, in Nordpakistan Er sagte, der Schneeleopard sei ‚sehr dumm’, da er entsprechend den anderen Tieren nicht auf Gefahren reagierte. ‚ich schoss ihn ab, während er bewegungslos dastand und mich anstarrte.’“

Heute sieht das anders aus. Und wenn man heute einer dieser Katzen sehen will, ohne dass sie gleich Wind von einem bekommt und verschwindet, braucht man viel Geschick und Geduld – und Glück.  Bis vor kurzem gab es nur ein einziges Foto aus freier Wildbahn, das der amerikanische Forscher George Schaller (siehe Bild links/rechtss) geschossen hatte. Alle anderen stammten von Exemplarem aus Zoos, Gehegen oder einer Fotofalle.

Schneeleoparden sind im allgemeinen harmlos für den Menschen. Russische Jäger sollen ihn im Winter bei tiefem Schnee angeblich sogar mit Netzen und bloßer Hand fangen können.
Nach dem Buch von Dr. V. J. Stanek, „Katzen und Kätzchen: Obwohl der Irbis ein äußerst kräftiges Tier ist, überfällt er den Menschen nicht, sondern ergreift (...) vor ihm die Flucht. Ein in der Heimat des Irbis gedrehtrer Film zeigt einen mutigen Jäger, der einen Irbis fesselt, ihn dann über die Schulter wirft, und auf dem Rücken davonträgt. Nach unserer Erfahrungen mit gesunden Tieren in der Gefangenschaft scheint es aber, dass das gefangene Tier eine lange Hungerzeit und qualvolle Leiden durchgemacht hatte, so dass es nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte war.“

Neun Staaten bemühen sich heute um den Schutz des Schneeleoparden. Heute ist die Mongolei das einzige Land, in dem man Schneeleoparden – mit Genehmigung – jagen darf.

In zwei großen Nationalparks der Mongolei – einer wurde vor über 30 Jahren speziell zum Schutz des Schneeleoparden und seiner Beute ausgewiesen – fand man keine einzige Spur der Katze, obwohl man Tausende von Quadratkilometern absuchte. Der Grund ist wahrscheinlich, dass dort Menschen vorgedrungen sind und ihm damit die Beute streitig machen. Und wo das geschieht, haben die Bestände dramatisch abgenommen.

Im Altai-Gebirge und im Süden der Mongolei gibt es allerdings noch einen guten Bestand dieser Mittelkatze. Tief im Inneren des 40 000 km² großen und unbesiedeltem Großem Gobi-Nationalpark fand man überraschend viele Spuren. Mitten in einem wüstenhaft trockenem Bergmassiv. Dieses Beispiel macht deutlich, mit welchen extremen Bedingungen der Irbis fertig wird –  immer vorausgesetzt, dass der Mensch ihnen nicht auf den Pelz rückt.

Trotz aller Bemühungen und Verbote gibt es in der Mongolei immer noch die Möglichkeit zum Abschuss eines Schneeleopardens. Wer mindestens 20 000 DM (~10 000€) auf den Tisch legt, ist dabei.

Selbst die hohen Strafen schrecken Wilderer nicht ab. Bei der Ausfuhr werden die Felle als „Museumsgut“ oder „Objekte wissenschaftlicher Untersuchungen“ deklariert und auch sonst finden sich viele Schlupflöcher im Zoll.

Obwohl das Tragen von Großkatzenfellen verhöhnt ist, gibt es immer noch ‚Damen’, die sich mit seinem exquisitem Fell schmücken wollen. 60 000 Dollar ist der Mindestpreis für einen solchen Mantel in voller Länge.

1990 fand man in Nepal Schneeleopardenpelze, die ab 18 000 Mark (9 000€) aufwärtsgehandelt wurden. Leider finden solche Raritäten auf dem Schwarzmarkt noch immer zahlungsfähige Kunden.

Es ist schwierig, die genaue Zahl der freilebenden Schneeleoparden festzustellen. Im Massiv der Alu-Taou in Russland hat man 6 – 8 Tiere auf gut 4 000 Hektar gezählt. Der Gesamtbestand liegt vermutlich bei 2 000 bis 5 000? Tieren.

1976 gründete der Zoo von Helsinki ein Zuchtbuch. Dieses Half anderen Zoos, ein Zuchtprogramm zu planen, wodurch die genetische Vielfalt gewährleistet bleibt.  In Zoos gehaltene Schneeleoparden werden auch erforscht, um die Kenntnisse ihrer Lebensgewohnheiten zu erweitern. Im Zoo von Helsinki sind inzwischen schon über 100 Geburten registriert worden und fast jeder Schneeleopard in Europa hat dort Verwandte.  Helsinki hat keine Nachwuchsprobleme. Im Gegenteil: Zur Paarungszeit werden die Tiere nicht selten getrennt. Weltweit gibt es etwa 400 Schneeleoparden in Zoos.

Helsinki hat vor, demnächst Schneeleoparden auszuwildern. Das ist natürlich sehr schwierig. Die im Zoo gehaltenen Schneeleoparden zeigen keine Furcht vor dem Menschen, sie sind an sie gewöhnt. Und außerdem können sie nicht jagen. Daher muss man ihnen erst beibringen Beutetiere zu töten und man muss erreichen, dass sie den ‚Menschen wieder scheuen.
Wenn man Tiere wie den Schneeleoparden auswildern will, muss man sie in Gebiete wie den Himalaja bringen, aber zuerst muss man sie in großen Gehegen lassen, wo sie Beutetiere jagen und die Scheu vor dem Menschen wieder entwickeln können. Dann erst kann man sie freilassen.

Es bleibt momentan noch fraglich, ob es gelingen wird, den Schneeleoparden, wie das Przewalski-Pferd auszuwildern.

1989 stellte man 42 500 Quadratkilometer Lebensraum für den Schneeleoparden unter Schutz. Das Programm sah vor, dass man weder den Schneeleoparden noch seine Beutetiere töten durfte. Da in diesem Schutzgebiet die Fläche für Agrarnutzung eingeengt ist, wurde die Alternative geboten, Arbeit in Verwaltung und Überwachung des Schutzgebietes zu finden. 1990 startete Indien ein Projekt, das die geschützten Gebiete im Land finanziell unterstützt.

Die indischen Unionsstaaten Jummu und Kaschmir verfolgen ein Schutzprogramm, das die Bewohner nicht aus ihrer Heimat verdrängt: Sie versuchen, deren Bedingungen mit denen der Tiere abzustimmen. In allen Teilen der Erde ertönt der Ruf: „Schützt die Tiere!“ Dabei wird jedoch oft übersehen, dass auch der Mensch in diesen Regionen Schutz braucht, wenn er mit den Tieren um seinen Unterhalt kämpften muss. Die Bauern werden informiert, wie der Lebensraum renatuirt wird. Andere stellen den Bewohnern Bauamtrealien zur Verfügung, damit sie ihre Haustiere vor Übergriffen von Schneeleoparden schützen können. Wenn weiterhin Geld für solche Maßnahmen vorhanden ist, kann sich vielleicht eine Koexistenz zwischen Menschen und dem „russischen Leoparden“ bilden.

Steckbrief

Schneeleopard

Art

Uncia (Panthera) uncia

Unterarten:

der russische Zoologe Stroganow meint, zwei Arten unterscheiden zu können:

         U. uncia uncia      (verbreitet im Norden)

         U. uncia unciades (verbreitet im Süden)

Die Unterteilung ist jedoch umstritten.

Maße:

Kopf-Rumpflänge: 80 – 130cm     (meist um ~ 100cm)

Schwanzlänge: 75 – 100cm            (meist um ~ 80cm)

Schulterhöhe: 55 – 80cm                 (meist um ~ 70cm)

Gewicht

35 – 80kg, meist unter 60kg

Färbung

Weißlichgraue bis lichtgelbe oder fast reinweiße Grundfarbe; am Bauch völlig weiß, durchwegs schwarz gefleckt, wobei die Tüpfel am Kopf klein, voll und rundlich und am Hals etwas größer und bereits ringförmig sind, an der Seite – insbesondere zur Oberseite hin – sind die Rosetten groß und weit gedehnt, der Schwanz ist am Ansatz noch mit Rosetten befleckt, am Ende gehen sie zu Streifen über

Merkmale

Augen: gelbbraune Iris mit runden Pupillen; Kopf: relativ klein; Schwanz: auffallend lang;

Verbreitung

Zentralasien, u. a. in Teilen von: Afghanistan, Russland, Pakistan, Kasachstan, Mongolei, China, Indien, Nepal und Burma

Lebensraum

Rhododendrenwälder, Bambusdickichte, Strauchgegenden, meist jedoch Felsenregionen oberhalb der Baumgrenze in Höhen von 1 000 bis 6 000m

Nahrung

Gebirgshufer, Vögel, Hasen, Murmeltiere, Kleinsäuger

Sozialstruktur

Einzelgänger, gelegentlich auch Paare

Fortpflanzungszeit

Januar bis Anfang März

Tragzeit

98 – 103 Tage

Wurfzeit

Meist im April (in Russland) oder auch im Juni (Himalaja)

Anzahl der Jungen pro Geburt

1 – 5, meist jedoch 2 oder 3

Geburtsgewicht

350 – 700g

Lebenserwartung

In Gefangenschaft bis 19, in freirer Natur wahrscheinlich bis zu 13 Jahren

Bestand und Bedrohung

Stark bedroht, trotz strenger Schutzmaßnahmen, Bestände nehmen ab; Momentan nur noch 2000 – 5000 (?) freilebende Tiere